Deutsch

Leseförderung

„Lesen ist ein großes Wunder.“
Marie von Ebner-Eschenbach

Was in diesem Zitat zum Ausdruck kommt, ist der Umstand, dass die Fähigkeit zu lesen nicht nur eine elementare Kulturtechnik darstellt, sondern eine wesentliche Rolle im Leben eines Menschen spielt.  Gerade heute, im Zeitalter enormer medialer Umwälzungen, Entwicklungen und Veränderungen gewinnt diese ganzheitliche Einschätzung des Lesens größtmögliche Aktualität.
Leseförderung und Leseerziehung am „Albertus Magnus Gymnasium“ haben eben jenen ganzheitlichen Aspekt im Blick – Lesen ist in sämtlichen Bereichen des Lebens, ob in Schule oder Beruf, wichtiger als je zu vor. Hinsichtlich der Tatsache, dass Lesen eine Schlüsselkompetenz für schulischen und beruflichen Erfolg darstellt,  herrscht breiter Konsens. Aus diesem Grund ist die Leseförderung an der AMS nicht ausschließlich auf „schwache“ Leser/innen ausgerichtet, sondern umfasst alle Schüler/innen. Auch wenn die Schüler/innen zum Zeitpunkt des Übertrittes von der Primar- in die Sekundarstufe bereits sinnerfassend und flüssig lesen können, darf doch nicht vergessen werden, dass gerade jetzt regelmäßig geübt werden muss, um anhaltende Lesesicherheit herzustellen. Keineswegs  ist der Prozess des Leseerwerbs zu diesem Zeitpunkt abgeschlossen. In diesem Zusammenhang werden die Schüler/innen schrittweise an neue Anforderungen herangeführt, wodurch die entscheidenden Lesekompetenzen entwickelt werden. Freilich ändern sich die Ansprüche bzw. die erforderlichen Fähigkeiten hinsichtlich neuer Textsorten bzw. umfangreicherer Texte. Erst jetzt – in der Sekundarstufe 1 – können wichtige Lesetechniken im Umgang mit komplexen Texten erlernt und trainiert werden.
Ganz im Sinne einer umfassenden Leseförderung, die unseren Schüler/innen zum Vorteil gereichen soll, wird Lesen nicht nur als eine technische Fertigkeit gesehen. Vielmehr wird an der AMS – ausgehend von einem lernerzentrierten Ansatz – auch die literarische Sozialisation der Schüler/innen gefördert. Mit anderen Worten: Neben dem freilich unabdingbaren Erwerb von Lesetechniken und Lesestrategien wird, um einem holistischen Ansatz gerecht zu werden, dem literarischen Lesen als Teil einer allgemeinen ästhetischen Bildung größtmögliche Bedeutung beigemessen.
Um den Kindern erfolgreiches, genussvolles Lesen zu ermöglichen und den Grundstein für eine über die Schullaufbahn hinausreichende positive Lesehaltung zu legen, wird den Lerner/innen mit Geduld und Zeit begegnet. Das erklärte Ziel der Lesedidaktik an der AMS ist es, alle Funktionen des Lesens (u. a. Texten Informationen entnehmen, kritisches sowie literarisches Lesen) zu fördern, um unseren Schüler/innen die Freude an der Lektüre sowie an der Literatur zu vermitteln.


Deutsch als Fremdsprache/Deutsch als Zweitsprache

 „Je mehr Sprachen du sprichst, desto größer bist du als Mensch.“ (Georgisches Sprichwort)

Die unverbindliche Übung „DaF/DaZ“ ist von dem Leitgedanken getragen, dass Mehrsprachigkeit bzw. der Erwerb mehrerer Sprachen nicht nur ein erfreulicher Umstand, sondern vielmehr ein wünschenswertes Bildungsziel ist. Gerlinde Belke spricht in diesem Zusammenhang davon, dass „Mehrsprachigkeit […] weltweit und seit den 70er Jahren des vorigen Jahrhunderts auch in unseren Schulen eher die Regel [ist], Einsprachigkeit die Ausnahme.“ Ferner sei für ein Drittel der nachwachsenden Generation Deutsch die Zweitsprache, so Belke.  Diesem Umstand tragen wir im Rahmen Übung „DaF/DaZ“ Rechnung – die Schüler/innen werden hier auf möglichst individueller Basis gefördert. Die Betreuung der Lerner/innen richtet sich somit nach ihren Bedürfnissen und reicht von gezieltem Grammatikunterricht über Wortschatzerweiterung bis hin zur Lektüre literarischer Texte. Gerade die Arbeit mit und an poetischen Texten bietet eine Möglichkeit, den Bedürfnissen von Kindern in vielsprachigen Lerngruppen gerecht zu werden. Hierbei sind im konkreten Fall solche Texte gemeint, die Analysen und Umgestaltungen vertragen und die Lerner/innen auf diese Art und Weise zu einer Beschäftigung mit der Sprache motivieren. In diesem Sinne werden geeignete, fantasiefördernde und anregende Textbeispiele bearbeitet. Der DaF/DaZ-Unterricht soll unsere Schüler/innen dazu befähigen, ihre Ressourcen und Fähigkeiten bestmöglich zu nutzen.